Meine für heuer finale Kolumne widme ich dem wichtigsten Thema überhaupt:
Der Förderung und Forderung junger Talente und damit einem Shoutout an den Verein Cyber Security Austria (CSA). Junge Security-Experten sind ein Produkt des Zufalls und nicht Ergebnis systemischer Ausbildung – dieser Schluss kann nach 13 Jahren »Austria Cyber Security Challenge« (»ACSC«) gezogen werden. Rund 600 junge Menschen – überwiegend Burschen – konnte der CSA-Verein für die diesjährige Qualifikationsrunde der »ACSC« begeistern. Aber nur knappe 10% davon erreichten ein Leistungsniveau, das mit »Exzellent« bewertet werden konnte.
Im Wesentlichen ist das vor allem der intrinsischen Motivation der Teilnehmer geschuldet.
Kein Wunder, schließlich adressiert unser (Aus-)Bildungssystem das Thema – abgesehen von einigen wenigen HTLs mit entsprechend vorausschauenden und engagierten Lehrkräften – erst ab dem Hochschul-Level ernsthaft. Das ist zwar besser als gar nichts – das Engagement folgt aber viel zu spät, um strukturiert Spitzenleute fürs Cyber-Security-Umfeld zu »entwickeln«.
Der CSA-Verein ist jedenfalls von der Idee überzeugt, junge Leute frühzeitig abzuholen und sie analog zu Hochbegabten-Förderungen (die es in diesem Bereich übrigens noch nicht gibt) zu fördern und zu fordern. Eine vergleichbare Situation gibt es seit Jahrzehnten im Jugend-Sport. Dank einzigartiger Nachwuchs-Fördermodelle kann sich Österreich als kleines Land sportlich im internationalen Spitzenfeld behaupten. Eine ähnliche Positionierung wäre auch im immer dringlicher werdenden Cyber-Security-Umfeld wünschenswert. Mit der »ACSC« etablierte der CSA einen Spitzenbewerb, um über das Thema Cyber-Security-Excellence in Folge auch Basis-Programme zu initialisieren und eine stabile Breite für eine talentierte Spitze zu entwickeln (Leistungspyramide). Dies setzt sowohl entsprechende Unterstützung von Förderern und Sponsoren als auch Teilnehmer und Ausbildungseinrichtungen voraus – aber auch Awareness darüber in der Gesellschaft.
Klare Zielsetzungen dabei sind:
- Identifikation von Talenten und Bildungseinrichtungen mit entsprechenden Ausbildungsschwerpunkten, engagierte Lehr- und Ausbildungskräfte, unterstützende Bildungseinrichtungen, unterstützende staatliche/halbstaatliche Institutionen sowie fördernde Unternehmen und Sponsoren.
- Gesellschaftliche Anerkennung des Wortes »Hacker« und Bewusstseinsbildung, dass sich dahinter mehr wertvolle, dringend benötigte Ressource denn medial verzerrte Bedrohung verbirgt.
- Aufbau nachhaltiger Ausbildungswege und unterstützender Ausbildungsmodelle sowie von ganzjährigen Excellence-Programmen.
Aus der »ACSC« ist übrigens die »European Cyber Security Challenge« (»ESCS«) hervorgegangen, die heuer zum bereits 10. Mal stattgefunden hat und an deren Qualifikation mehr als 23.000 junge Menschen in 28 EU-Staaten teilgenommen haben. Beim Finale im Oktober in Turin errang das Team Austria den respektablen 5. Rang unter 39 Teilnehmern.
erschienen in der Austromatisierung | Ausgabe 08-2024 | November 2024